Karlovy Vary ist noch heute allgemein unter seinem deutschen Namen Karlsbad ein Begriff.
Das prachtvolle Kurbad, das schon Alexander von Humbodt als einen «Brilliant in einer
Smaragdfassung» bezeichnete ist der bekannteste und exquisiteste Kurort Böhmens. Nach
fünf Jahrzehnten «Arbeiter− und Bauernkuren» ist Karlsbad heute nicht nur Treffpunkt
internationaler Filmgrössen, wenn Anfang Juni das Internationale Filmfestival stattfindet,
sondern auch bevorzugte Kuradresse der sonstigen high society Europas.
Seine Gründung verdankt der Kurort der Legende zufolge einem waidmännischen Misserfolg.
Als Kaiser Karl IV. im 14. Jahrhundert auf der Jagd einem kapitalen Hirschen auf den Fersen
war, sprang dieser − und in seinem Gefolge die weniger temperaturunempfindlichen kaiserlichen
Jagdhunde − angeblich mitten in eine heiße Quelle. Die jaulenden Hunde brachten Karl auf die
mit genügend Phantasie wohl nachvollziehbare Idee, hier eine Stadt zu gründen. Zum eigentlichen
Ruhm gelangte die Stadt dagegen erst Anfang des 18. Jahrhunderts, als der Aufenthalt in
Kurbädern wie Reisen insgesamt zu einem gesellschaftlichen Statussymbol auch des aufstrebenden
Bürgertum avancierte. Goethe etwa verbrachte insgesamt fast zwei Jahre
seines Lebens in Karlsbad.
Die meisten der heute erhaltenen Bürgerhäuser Karlsbads entstanden allerdings in der zweiten
Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts, als Karlsbad zu einem mondänen Treffpunkt europäischer
Kur−Bedürftiger wurde − vor allem, nachdem 1870 die Anbindung an das Eisenbahnnetz erfolgt
war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges mussten die Deutschen Karlsbad verlassen und in
den folgenden Jahrzehnten war das historische Kurzentrum dem Verfall ausgesetzt. Inzwischen
aber ist aufwendig restauriert worden und die Fassung des Brillianten dergestalt wieder
hergestellt worden, dass Karlsbad seit einigen Jahren wieder zu den ersten Adressen
europäischer Kurorte zählt.
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